SCHREIBTOOLS, Folge 6: Die „richtige“ Schreib-Software?

Wie so oft, scheint es auch hier zunächst unzählige Varianten zu geben: Ablenkungsfreie, „cleane“ Apps für Ihr Tablet, die gute alte Office-Software, oder eben die Schreibmaschine. Okay, streichen Sie das mit der Schreibmaschine. Und den Bleistift müssen Sie auch nicht spitzen, wenn Sie das mit dem Autorendasein ernst meinen. Auf jeden Fall kann einem aufgrund der schieren Vielzahl der angebotenen Software-Produkte leicht der Kopf schwirren. Die gute Nachricht: Die Liste der wirklich ernstzunehmenden Profi-Programme ist recht übersichtlich, um nicht zu sagen: kurz.


Jetzt müssen Sie bloß noch entscheiden, ob Sie diese Funktionalitäten alle brauchen.

Meine Meinung: Lassen Sie es auf sich zukommen. Schreiben Sie in dem Programm, das Sie kennen, bis Sie an dessen grenzen stoßen. Es bringt nichts, wenn das Schreiben für Sie zu einer frustrierenden Erfahrung wird, weil Sie mit Ihrem wichtigsten Werkzeug, dem Schreibprogramm nicht klarkommen. Aber wenn Sie etwas Zeit haben (und die sollten Sie auf jeden Fall investieren), beschäftigen Sie sich einmal mit den folgenden Programmen. Ihre Profikarriere wird es Ihnen danken!

Die Nummer 1: Papyrus Autor

In meinen Augen derzeit das beste und vermutlich umfangreichste Schreibprogramm für Autoren, das von sich außerdem behaupten kann: Made in Germany. Als besondere Pluspunkte sind hier anzuführen: Kompromisslose Stabilität, reibungslose Bearbeitung auch von mehreren Systemen aus möglich (Mac, PC), übersichtliche Kapiteldarstellung in einem Dokument, supereinfacher und zuverlässiger Export in alle möglichen Formate wie Manuskript (um es an Verlage zu senden), alle Arten von E-Books, Papierbücher. Exzellente Synonym-Vorschläge.

Das absolute Highlight aber ist die in Papyrus enthaltene Duden-Rechtschreibhilfe, die in dieser Qualität meines Erachtens nach in keinem anderen deutschsprachigen Programm zu finden ist, des Weiteren die Stilanalyse und Lesbarkeitseinschätzung. Und das alles in Deutsch, der Sprache, in der ich (meistens) meine Bücher schreibe! Das allein spart mir inzwischen unglaublich viel Zeit und ist dabei präziser, als ich es in meinen wachsten Stunden je sein könnte.

Laden Sie sich hier die kostenlose Demoversion herunter, probieren Sie damit herum und teilen Sie meine Begeisterung! Noch eine Bemerkung dazu: Papyrus Autor sieht auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen kompliziert aus, und es ist auch tatsächlich ein sehr mächtiges Programm.

Aber lassen Sie sich davon keinesfalls abschrecken! Wir brauchen für’s Erste nur einen Bruchteil seiner vielfältigen Möglichkeiten.

Und während Sie eine Schreibpause vor dem nächsten Buch einlegen, können Sie sich mal in aller Ruhe damit beschäftigen, was Papyrus noch so alles draufhat. Eine ganze Menge nämlich. Notizen, Brainstorming, von der Idee bis zum gesetzten Buch, und das alles griffbereit an einem Ort.
Mehr geht nicht für Autoren.

Link: www.papyrus.de


Kompakt und schick: Scrivener

Bevor ich ein »Papyrus-Autor« wurde, habe ich mit einem Programm namens Scrivener gearbeitet. Die Philosophie hier ist etwas anders als die von Papyrus, hauptsächlich, weil Scrivener Ihr Buch in einzelne Dokumente zerhackt, die Sie nach Belieben herumschieben können. Die Idee ist hier, aus virtuellen Karteikarten (die wir später noch als Beats kennenlernen werden) Ihr Buch zu schreiben. Nett, aber so arbeite ich inzwischen nicht mehr. Sondern so, wie ich es Ihnen gleich erklären werde.

Auch Scrivener ist sehr stabil und inzwischen auch für Mobilgeräte (Smartphone, Tablet) erhältlich. Aber auch das nutze ich nicht (mehr), wie bereits erwähnt. Geschrieben wird im Büro, unterwegs werden nur Ideen gesammelt. Das trenne ich strikt.

Scrivener ist deutlich günstiger als Papyrus Autor, aber es ist leider keine Software aus Deutschland. Was bedeutet, dass Ihnen die Rechtschreibkontrolle nicht besonders viel nützen wird. Sie ist zwar vorhanden, aber eher rudimentär. Stilanalyse und Lesbarkeit gibt es gar nicht, zumindest in der deutschen Sprache. Im Englischen gibt es dafür Tools und Workarounds, aber im Deutschen ist mir dafür nichts bekannt. Ich bin ohnehin kein großer Fan davon, Dokumente ständig zwischen verschiedenen Programmen hin und her zu kopieren. Da geht schon mal was verloren, wenigstens die Formatierung, bisweilen ganze Textblöcke.

Für Scrivener gibt es mittlerweile eine iOS-App für iPhone und iPad, die ich allerdings nicht nutze.

Link: www.literatureandlatte.com/scrivener.php


Ein Wort zu Word, Open Office … und wie sie alle heißen

Okay. Wie sage ich das jetzt nett? Vielleicht so: Schreiben Sie, womit auch immer Sie glücklich sind. Wenn Sie ein richtiger Microsoft-Auskenner sind, und die Mutter aller Schreibprogramme für Sie als verlässliches Tool funktioniert, dann nutzen Sie das Programm. Schon mal, weil Sie sich dann die Einarbeitungszeit in ein neues Programm sparen.

Ich persönlich habe allerdings bei dieser Art von textverarbeitungen des Öfteren gemerkt, dass sie eben doch eher für Office-Anwendungen wie das Schreiben von Serienbriefen konzipiert sind. Stilanalyse und eine (vernünftige) Rechtschreibkontrolle fehlen hier genauso wie eine umfangreiche Synonym-Datenbank. Auch die übersichtliche Anordnung der Kapitelübersicht, die Ablage von dokuemntunabhängigen Notizzetteln und die Verknüpfung mit der Figurendatenbank empfinde ich als sehr praktisch und nutze sie ständig in Papyrus Autor.

Jetzt schwirrt Ihnen der Kopf? Macht nix. An dieser Stelle genügt es vollauf, dass Sie wissen, dass ers programme gibt, die eben niocht auf Büroarbeiten, sodnern auf das Schreiben umfangreicher Bücher zugeschnitten sind. Wenn Sie in Word oder Open Office mal an die Grenzen des Programms stoßen und sicht mehr wünschen, als es derzeit bietet … dann wird es vielleicht zeit, sich mal mit Scrivener oder Papyrus zu beschäftigen.

Für mich war dieser Punkt übrigens gekommen, als Open Office einen etwa 300 Seiten langen Text verschlang, weil sich in das Dokument nach einem Absturz ein Fehler eingeschlichen hatte und ich es nicht wieder geöffnet bekam. Das war dann doch ein klitzekleines bisschen ärgerlich … aber immerhin habe ich jetzt eine „lustige“ Anekdote zu erzählen. Ha ha.


Profi-Tipp: Egal, für welches Schreibprogramm Sie sich entscheiden, Sie sollten mit dessen wichtigsten Grundfunktionen vertraut sein, bevor wir starten. Nehmen Sie sich ein paar Tage Zeit, um sich mit der Software anzufreunden.

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